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Interview mit Hannah Weber, Schulsozialarbeiterin der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule

Welchen Mehrwert siehst du durch eine Teilnahme am Programm für Eure Schüler*innen?

„Ich finde es eine coole Möglichkeit, sich mit der Zukunft auseinander zu setzen. Nach der Schule müssen sie ja irgendetwas machen – dürfen etwas machen und durch die ZukunftsBande haben sie Kontakt mit diesem nächsten Schritt. In der Schule kommt das oft zu kurz. Dann wird viel darüber geredet, was in Mathe los ist, was muss man in Englisch können, aber man weiß nicht so richtig, warum man das machen muss. Wenn sie dann plötzlich mit Auszubildenden reden, oder mit jungen Student*innen, dann kriegen sie plötzlich mit ah das könnte wichtig sein, da ich zum Beispiel auch mal im Ausland arbeiten möchte und englisch sprechen muss, oder ich Ingenieur bin und rechnen muss.“

Wie bewertest du die Teilnahme am Programm in der aktuellen Corona-Pandemie?

„Für die Schüler*innen ist es jetzt noch schwieriger sich ihre Zukunft vorzustellen oder zu planen. Jetzt fallen ganz viele Programme weg, sie können kein Praktikum machen und alles wird verschoben. Wenn etwas stattfindet, dann nur noch digital. Da ist es zum Beispiel gut, dass die ZukunftsBande nicht wegfällt. Zwar auch nur online, aber wenigstens hat man einen echten Menschen mit dem man wirklich reden kann. Das ist nicht irgendeine Aufzeichnung, ein Text den man sich durchlesen muss, sondern ein richtiger Kontakt zu einer Person die einem zuhört und auch seine Gefühle teilt, so nach dem Motto: „bei mir läuft‘s grad auch nicht so gut.“

Worin liegt der Vorteil – aus deiner Sicht, dass Nachwuchskräfte in die Rolle des Coachs gehen und Jugendliche über ein Schuljahr hinweg begleiten?

„Ein junger Mensch ist noch näher an den jüngeren Schüler*innen dran, da sie vielleicht ein ¾ Jahr älter sind und nicht 30/40 Jahre wie z.B. die Lehrkräfte. Die Coaches von der ZukunftsBande sind etwas älter als die Schüler*innen und ich glaube das ist eine gute Ergänzung, weil sie noch andere Ansichten haben und andere Lebensrealitäten. Die Coaches sind noch ganz frisch an der Entscheidung dran, was mache ich überhaupt aus meinem Leben oder welche Ausbildung passt zu mir? Wie bekomme ich das überhaupt hin? Die Lehrer*innen hatten das im Zweifelsfall vor 15 Jahren und für sie eh klar war das sie auf einem Gymnasium waren, Abitur machen und ich Lehrer*in werde. Die Coaches haben ja einen anderen Hintergrund und im eher den gleichen Hintergrund wie die Schüler*innen.“

Was erhoffst du dir von diesem Jahr für Deine Schüler*innen?

„Ich hoffe, dass sie einen ungefähren Plan bekommen, dass sie gefestigt werden oder auch neue Optionen aufgezeigt bekommen. Das es vielleicht nicht nur eine Option gibt, sondern auch noch andere Sachen. Und für die, die noch gar keinen Plan haben irgendwelche Möglichkeiten für sich sehen und auch eine realistische Einschätzung bekommen was möglich ist. Die Schüler*inne sagen mir alle sie wollen Abitur machen, aber es macht halt nicht jeder Abi. Ich erhoffe mir, dass sie lernen was realistisch ist. Vielleicht ganz konkret, was gibt’s für Firmen und welche Möglichkeiten diese zu finden. Und ich wünsche mir, dass sie von dieser Zeit Motivation für den Schulalltag mitnehmen und dadurch besser durchkommen.“